Newsletter der RAK Stuttgart für Dezember 2018

 

Sehr geehrte Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen,

anbei erhalten Sie den Newsletter für Dezember 2018.

Für Fragen und Anregungen steht Ihnen Frau Zeitler gerne per E-Mail (zeitler@rak-stuttgart.de) oder auch telefonisch unter 0711 / 22 21 55-33 zur Verfügung.

Weihnachtsgruß der Präsidentin

Der Veränderung die Tür versperren hieße das Leben selber aussperren.
-Walt Whitman (1819-1892)-

Leben bedeutet Veränderung. Dies gilt für das private Leben eines jeden einzelnen von uns ebenso wie für das berufliche Leben. Gesellschaft, Politik und Kulturen unterliegen einem steten Veränderungsprozess.
Technologische Entwicklungen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten rasend schnell erfolgt.  Man hat das Gefühl, dass die Zeiträume, innerhalb derer neue Entwicklungen stattfinden, kürzer werden. Das Rad dreht sich schneller.

Die Entwicklungen machen vor uns Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten nicht Halt. Unser beruflicher Alltag ist massiven Veränderungen unterworfen. Elektronische Aktenführung und elektronische Korrespondenz werden mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. Die Technologie erleichtert an dieser Stelle den beruflichen Alltag und erhöht die Effizienz.

Andere Technologien könnten hingegen in der Lage sein, unser (berufliches) Selbstverständnis in Frage zu stellen. Die Frage, ob anwaltliche Beratung in nicht allzu ferner Zukunft durch Künstliche Intelligenz erfolgen wird, ist ernsthaft zu stellen.

Die Firma „LawGeex“ hat gemeinsam mit Professoren der Standford University, der University of Southern California und der Duke University School of Law ein Experiment durchgeführt, bei dem sich ein Algorithmus mit Top-Anwälten messen musste. 20 Anwälte erhielten die Aufgabe, 5 „Non-disclosure agreements“ (Geheimhaltungsverträge) zu überprüfen  und darin 30 versteckte rechtliche Probleme zu identifizieren. Die Anwälte benötigen im Schnitt mehr als eineinhalb Stunden und erkannten durchschnittlich 85 % der Rechtsprobleme. Der Algorithmus erreichte eine Genauigkeit bei der Problemerkennung von 94 % und benötigte dafür exakt 26 Sekunden (Quelle: www.haufe.de/recht/kanzleimanagement/legal-tech-steht-der-anwalts-roboter-schon-vor-der-tuer_222_445476.html)

Die Frage ist, wie wir Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte uns diesen technologischen Entwicklungen gegenüber verhalten. Können wir sie in unsere Berufsausübung integrieren? Müssen wir in Zukunft die Rechtsberatung Künstlicher Intelligenz überlassen? Werden wir die Vorteile unserer menschlichen Intelligenz, die neben der Fähigkeit zur Abstraktion auch andere Komponenten wie Empathie und soziale Intelligenz beinhaltet, so nutzen, dass für unsere Mandanten der Weg zum „Anwaltsroboter“ keine Option ist?

Wir können der Entwicklung künstlicher Intelligenz in unserem Beruf mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Tür versperren. Wir haben aber die Möglichkeit, den Veränderungsprozess zu gestalten und hierdurch die Synergien künstlicher und menschlicher Intelligenz bestmöglich zur Beratung und Vertretung unserer Mandanten einzusetzen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Veränderungen, die das Jahr 2019 Ihnen persönlich bringen wird, positiv gestalten können und wünsche Ihnen und Ihren Familien im Namen von Präsidium, Vorstand und Mitarbeitern der Geschäftsstelle der Rechtsanwaltskammer Stuttgart ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

Ihre

-Ulrike Paul-

Mitwirkung in den Rechtsberatungsstellen - Ihr Engagement ist unverzichtbar

Der Zugang zum Recht darf nicht an den finanziellen Möglichkeiten der Rechtsuchenden scheitern. Aus diesem Grund haben Bürger mit geringem Einkommen einen Anspruch auf Beratungshilfe nach dem Beratungshilfegesetz. Die Beratungshilfe kann dabei auch von Beratungsstellen gewährt werden, die aufgrund einer Vereinbarung mit der Landesjustizverwaltung eingerichtet werden. In diesen Beratungsstellen werden die Rechtsuchenden von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten beraten.

Anwaltliche Beratungsstellen im Sinne von § 3 Absatz 1 Satz 3 des Beratungshilfegesetzes gibt es im Kammerbezirk bei den Amtsgerichten Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart Bad Cannstatt und Stuttgart.

Die Mitwirkung an den Einrichtungen der Anwaltschaft für die Beratung von Rechtsuchenden mit geringem Einkommen ist eine Berufspflicht (§ 49a Abs. 2 BRAO).

Die Organisation der Rechtsberatungsstellen bei den Amtsgerichten Stuttgart, Bad Cannstatt und Ludwigsburg ist in Verträgen zwischen der Justizverwaltung und den Gerichten einerseits und dem AnwaltVerein Stuttgart e.V. andererseits, dem Anwaltverein Stuttgart e.V. übertragen worden. Von dort wurde signalisiert, dass einerseits die Zahl derer steigt, die leider nicht bereit sind, ihrer Berufspflicht nachzukommen und den Dienst in einer der Rechtsberatungsstellen zu leisten, andererseits die Zahl derer, die sich freiwillig in den Rechtsberatungsstellen engagieren, rückläufig ist.

Wir appellieren daher an Sie, die Beratungsstellen durch Ihr Engagement zu unterstützen. Für die Beratung erhalten Sie ein Honorar in Höhe von 55,00 EUR je angefangene Stunde.

Die Beratungsstellen freuen sich über jede Kollegin und jeden Kollegen, die auf freiwilliger Basis dort Beratungshilfe leisten. Wenn Sie in den vom AnwaltVerein Stuttgart e.V. organisierten Rechtsberatungsstellen mitwirken wollen, melden Sie sich bitte direkt bei dessen Geschäftsstelle. Diese erreichen Sie unter folgender Adresse:

AnwaltVerein Stuttgart e.V.
Olgastraße 57 A
70182 Stuttgart
+49(711) 33 50 000-0
+49(711) 33 50 000-9
info@anwaltverein-stuttgart.de 

Zuständiges Mitglied im Vorstand des AVS ist Frau Rechtsanwältin Kaps, die Ihnen Ihre Fragen zur Mitwirkung an den Beratungshilfestellen gern beantwortet.

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